Arbeitgeber- und Sozialpolitik

Junge verraten – Rentner bestrafen

Am 24. September 2017 stimmen wir über die Reform der Altersvorsorge ab. Swiss Textiles empfiehlt die Vorlage zur Ablehnung, da die strukturellen Probleme unserer AHV nicht gelöst, sondern verschärft werden. Für eine Mogelpackung, die weder sozialverträglich noch generationengerecht ist, dürfen die Mehrwertsteuer und Lohnbeiträge nicht erhöht werden.

Weil die Bevölkerung immer älter wird und die Generation der „Babyboomer“ ins Rentenalter kommt, ist die Finanzierung der ersten und zweiten Säule der Altersvorsorge nicht mehr gewährleistet. 1948 im Gründungsjahr der AHV waren es noch 6.5 Erwerbstätige die einen Rentner finanzierten; in 30 Jahren werden es noch deren zwei sein. Leider verfehlt die vorliegende Reform das Ziel einer langfristigen Lösung dieser strukturellen Probleme. Trotz zusätzlicher Finanzspritze in Milliardenhöhe über spürbar höhere Mehrwertsteuern und Lohnbeiträge, erhält die AHV gerade einmal eine Verschnaufpause von wenigen Jahren. Ab 2027 steckt die AHV schon wieder in den roten Zahlen. 2035 fehlen bereits 7 Milliarden Franken pro Jahr.


Den Preis zahlt einerseits die junge Generation. Das ist nicht nur ungerecht, sondern kommt faktisch einer Kündigung des Generationenvertrags zwischen Jung und Alt gleich. Um das neu entstehende Finanzloch zu stopfen, würde per 2035 nicht einmal Rentenalter 67 oder gegen zwei Prozent zusätzliche Mehrwertsteuer ausreichen. Viele der betroffenen Jungen können heute noch nicht einmal abstimmen. Andererseits werden die aktuellen Rentner benachteiligt, da sie die zusätzlichen 70 Franken an ihre AHV-Rente – im Gegensatz zu Neu-Rentner – nicht erhalten.

 

 



Weiterführende Links

Kampagne der FDP zur AHV Reform 2020