Arbeitgeber- und Sozialpolitik: Sozialpolitik

15.11.2016

Gleichstellungspolitik: Ja zur Lohngleichheit – Nein zu mehr Bürokratie

Trotz deutlicher Kritik in der Vernehmlassung hält der Bundesrat an seinen Plänen fest, die Lohngleichheit bis im Sommer 2017 staatlich zu verordnen. Swiss Textiles und seine Mitglieder unterstützen klar den Grundsatz «Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit». Gesetzliche Zwangsmassnahmen, die zusätzlich Aufwand generieren und einen Eingriff in die betriebliche Lohnpolitik bedeuten, sind jedoch unverhältnissmässig und hinderlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Der Bundesrat hat bereits im November 2015 eine Änderung des Gleichstellungsgesetzes (GlG) in die Vernehmlassung geschickt und vorgeschlagen, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit 50 oder mehr Mitarbeitenden verpflichtet werden sollen, alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchzuführen und von einer externen Stelle überprüfen zu lassen. Auch nach Kenntnisnahme der mehrheitlich negativen Vernehmlassungsantworten hat der Bundesrat nun das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beauftragt, bis im Sommer 2017 eine Botschaft für die Änderung des GlG auszuarbeiten.

Swiss Textiles hat bereits in seiner Vernehmlassungsantwort klare Positionen bezogen. Selbstredend lehnen wir Lohndiskriminierungen in den Unternehmen ab. Unsere Mitglieder sind auf freiwilliger Basis dafür besorgt, dass in ihren Betrieben Lohngleichheit herrscht. Sie nehmen den Verfassungsauftrag «Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» und die damit einhergehende Verantwortung längst wahr. Doch statt dies zu honorieren, will der Bundesrat die Unternehmen mit einer weiteren Auflage, die Kosten generiert und bürokratischen Aufwand erzeugt, bestrafen. Gesetzliche Zwangsmassnahmen sind unnötig und stellen überdies einen Eingriff in die betriebliche Lohnpolitik und somit in die unternehmerische Freiheit dar. Unser relativ liberales Arbeitsrecht ist definitiv ein Standortvorteil und dem gilt es auch zukünftig Sorge zu tragen. 

 

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