Aussenwirtschaft: Zoll und Ursprung

28.11.2017

Swiss Textiles fordert weitere Zollaussetzung

Der Bundesrat entscheidet voraussichtlich noch dieses Jahr, ob er die Zollabschaffung der Industrieprodukte weiter vorantreiben möchte. Swiss Textiles begrüsst das Vorhaben, fordert vom Bundesrat aber ein rascheres Handeln und reicht zwei Anträge zur Zollaussetzung ein. 

Zur Herstellung ihrer hochtechnischen und modischen Spezialitäten sind unsere Firmen auf den Import von Garnen, Geweben und Gestricken angewiesen. Bei der Einfuhr fällt ein Zoll von durchschnittlich 5.5 Prozent an, der die Produktion und verteuert und dadurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Swiss Textiles fordert deshalb die Aufhebung der Zölle auf Textilien. Erreicht haben wir bis anhin die befristete Zollaussetzung auf 60 von möglichen 665 Tarifnummern. Um die Rahmenbedingungen für unsere Branche massgebend zu verbessern, braucht es aber einen umfassenderen Verzicht auf Zölle. Hoffnung schürt der Bundesrat mit der Prüfung einer Abschaffung sämtlicher Industriezölle. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird er entscheiden, ob er das Vorhaben weiter vertiefen und dem Parlament einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten wird.

Swiss Textiles steht 100 Prozent hinter einer Zollabschaffung auf allen Industriegütern. Bis zum Inkraft-treten dürften aber im besten Fall vier Jahre vergehen. Solange kann die Textil- und Bekleidungsindustrie nicht mehr warten. Auf Basis des Zolltarifgesetzes hat der Bundesrat heute schon die Möglichkeit, Zölle für eine gewisse Zeit aufzuheben. Swiss Textiles beantragt bei der Eidgenössischen Zollverwaltung deshalb die Aussetzung der Zölle auf Garnen, Geweben und Gestricken (Kapitel 50-55 und 60) für sechs Jahre. Gleichzeitig fordert der Verband die Verlängerung der gegenwärtig befristeten Zollaussetzung um sechs Jahre.

 

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