Energie und Umwelt: Rohstoffe und Stoffkreisläufe

30.03.2015

«Grüne Wirtschaft» mit Fokus auf Baumwolle

Im Zusammenhang mit der Revision des Umweltschutzgesetzes (indirekter Gegenvorschlag zur Initiative «Grüne Wirtschaft») laufen auf Seiten des Bundes Anstrengungen, die Beschaffung von Baumwolle und Baumwolltextilien nachhaltig zu gestalten.

In der Vorlage zur Revision des USG des Bundesrates ist eine Liste mit «ökologisch bedenklichen Rohstoffen» enthalten. Darunter sind auch Baumwolle und Baumwolltextilien. Ziel ist es, dass zwischen Bund und Unternehmen freiwillige Branchenvereinbarungen festgesetzt werden, welche eine nachhaltige Beschaffung dieser Rohstoffe garantieren. Im Fall von Baumwolle ginge es insbesondere darum, den Anteil von Baumwolle aus biologischem Anbau massiv zu erhöhen. Falls die Branchenvereinbarungen nicht den gewünschten Effekt haben, könnte der Bund laut der Vorlage über die betroffenen Rohstoffe eine Berichterstattungspflicht verhängen und sie notfalls auch verbieten. Das BAFU ist aktuell daran, die Grundlagen für eine Ausarbeitung der Branchenvereinbarungen zusammenzutragen.

Swiss Textiles unterstützt grundsätzlich die nachhaltige Beschaffung von Baumwolle und Baumwolltextilien. Diese soll aber ausschliesslich auf freiwilliger Basis ohne Einmischung des Bundes geschehen. Für unsere Mitgliedfirmen ist es in höchstem Mass belastend, wenn durch die Umsetzung einer Branchenvereinbarung zusätzlicher administrativer Aufwand hinsichtlich der Berichterstattung auf sie zukommt. Zudem ist ein Schweizer Alleingang in diesem Bereich nicht möglich. Die Beschaffungskette von Baumwolle ist in höchstem Masse global und es fehlt oft an der notwendigen Transparenz. Swiss Textiles beteiligt sich deshalb aktiv an den laufenden Diskussionen und setzt sich für eine praxisorientierte und vernünftige Lösung ein, welche auch tatsächlich zu einer relevanten Verbesserung des Umweltzustandes beiträgt.

Die Kommission des Nationalrates UREK-N hat am 27.01. beschlossen, auf die Vorlage zur Revision des Umweltschutzgesetzes («Grüne Wirtschaft») einzutreten. Die Detailberatung in der Kommission wird Ende Februar beginnen, im Nationalrat selbst ist das Geschäft für die Sommersession geplant.

 

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