Medienkonferenz

Swiss Textiles fordert den Abbau sämtlicher Zölle auf Textilien

Aufgrund des starken Frankens waren die Auslastung und die Exporte über sämtliche Wertschöpfungsstufen der Schweizer Textilindustrie im letzten Jahr stark rückläufig. Die Aussichten für 2016 sind verhalten. Swiss Textiles ist unzufrieden mit den wirtschafts­politi­schen Rahmenbedingungen und fordert den Abbau von jeglichen Zöllen auf Vor- und Zwi­schenprodukten sowie eine konsequent nachhaltige Beschaffung durch die öffentliche Hand.

Die Auftragsbücher der Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie waren 2015 gut gefüllt. Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses kamen die Firmen jedoch unter starken Preisdruck, was schliesslich auf die Margen drückte. Bei den Textilien erlitt die Branche einen Einbruch von minus 10,9 Prozent. Total wurden Waren im Wert von 1,1 Milliarden Franken exportiert. Bei der Bekleidung wurden Waren im Wert von 727 Millionen Franken exportiert, was einem Minus von 8,9 Prozent entspricht. Die Textilimporte sanken um 12,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Die Bekleidungsimporte fallen mit einem Minus von 4,3 Prozent wertmässig auf 5,4 Milliarden Franken zurück. Die EU bleibt insgesamt der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Die Kapazitätsauslastung liegt auf dem tiefsten Stand seit Jahren.

Schweizer Gesetze entsprechen globaler Ausrichtung nicht mehr

«Die Branche ist krisenerprobt. Auslagerungen und die Konzentration der wertschöpfungsintensiven Schritte in der Schweiz gehören für uns schon lange zum Alltag», sagte Präsident Andreas Sallmann vor den Medien. Die Branche hat sich auf hochtechnische und hochmodische Produkte spezialisiert, ist innovativ und sehr international aufgestellt. Die Firmen reagieren mit Effizienzsteigerungen, neuen Produkten und der Erschliessung von neuen Märkten. Die gesetzlichen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen am Standort Schweiz hinken dieser Realität allerdings hinterher. Swiss Textiles fordert deshalb, dass jegliche Zölle auf textilen Vor- und Zwischenmaterialien komplett abgebaut werden. Zollabgaben und -formalitäten verteuern die Produkte unnötig und verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft. Mit einem solchen Abbau würde die Branche von direkten Kosten in der Höhe von 10 Millionen Franken jährlich entlastet. Dazu käme eine um ein Vielfaches höhere Entlastung durch administrative Vereinfachungen. Swiss Textiles fordert bei der anstehenden Revision des öffentlichen Beschaffungswesens die Berücksichtigung von hohen Sozial- und Umweltstandards. Dies muss auch während der gesamten Dauer der Leistungserbringung konsequent überwacht und Verstösse müssen geahndet werden. Drittens warnte Andreas Sallmann vor der hohen Belastung der KMU durch immer neue Regulierungen: «Nach dem britischen Vorbild ‹one-in – two-out› sollte die Schweiz eine Regulierungsbremse einführen».